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Lexikon Medizin und Recht - Juristische Fachbegriffe für Mediziner

 


Lilie, H. ; Radke, J.
Thieme, 2004, 208 S., geb.
EUR [D] 49,95 | CHF 82,00
ISBN-13: 9783131297419
ISBN-10: 3131297417


 

 

Ein Lexikon zu Medizin und Recht für Mediziner hat wohl den Anspruch, „Nicht-Jursiten die rechtliche Sicht auf medizinische Fachfragen darzustellen. Dazu gehört die Ausführung grundlegenster Begrifflichkeiten bishin zu speziellen Termini zum Inhalt des Buches. Wobei keine Beschränkung auf Patienten bezogene Fälle besteht, sondern auch z.B. "Atteste" und "Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse" integriert sind. Manchmal entziehen sich die aufgeführten Inhalte z.B. "Fahren ohne Führerschein" im Bezug auf den Titel "Medizin und Recht" und können dem Arzt als Privatperson allemal die genaue juristische Erläuterung des "Tatbestandes" liefern. Und da liegt auch schon Art und Wirkung des Gesamtwerkes - Auf den ersten Blick entzieht sich der Sinn eines solchen "puren Lexikons" für mehr als den Nachschlagegebrauch, doch merkt man schnell, daß man über die Verweise von Stichwort zu Stichwort springt und sich langsam ein Gefühl für die "Juristerei" in unserem Fach entwickelt. Doch sollte da auch der profesionelle Level im Schreiben nicht vergessen werden, der zwar versucht so verständlich wie nötig und so sachlich möglich den Inhalt jeden Punktes darzustellen, grenzt dies allerdings doch so manchmal an die nicht vorhandene Propädeutik in Punkto Rechtssprache bei Medizinern. So wären, wie ab uns an schon verwendet, mehr kurze Beispiele zur Illustration des vorrangegangen Textes wünschenswert um eine festere Vorstellung entwickeln zu können. Dies müßte nichtmal mehr Platz für das Werk abfordern, wenn man sich von auch manch scheins überflüssigem Wortinventar trennt, wie z.B. "Ortszuschlag" und "Zahnarzt", deren Erklärung
niemandem wirklich mehr wissen lassen, als im Allgemeinverständnis für jeden der Buchzielgruppe klar ist.
Als besonders wertvoll ist der im Anhang gelieferte "Leitfaden für Gutachten ein Arzthaftungsprozessen" sowie "Allgemeine regeln zu medizinischen Gutachten" zu bewerten, die das Gesamtbild abrunden. Vermisst man aber doch noch mehr juristische Hilfestellung für häufige Fragen der Dokumentation - gerade wegen der "Beweislastumkehr" - und schaut skeptisch in die knappen Ausführungen zu "Aufbewahrungsfristen", die man wahrlich an den wichtigsten Dokumentationen im Praxis- und Klinikalltag mit Zeiten hätte beziffern können, um so geldwerte Hilfe zu sein. Diese Kritik gilt auch bei "ärztlichem Heileingriff" in Zusammenhang mit "Körperverletzung" und "Einwilligung" - hier wünscht man sich, da es doch tägliche Arbeit ist ausführlichere und präzise Angaben. So schweigt sich das Buch über Fristen zwischen "Einwilligung" und "Eingriff - also Körperverletzung" aus. Bleibt zu hoffen, daß dem Lexikon eine weitere Auflage folgt, die sich in solchen Punkten verbessert und so für sich zunehmend in Anspruch nehmen kann, ein grundsätzliches Hilfswerk für den Praktiker und Gutachter zu sein. Ob man dabei an der Lexikonform festhalten muß, bleibt dabei zu überlegen.

HUETTIG, FABIAN ; rating: *

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