PROGENIE
REZENSION - PROTHETIK...

 

 

 

 

ZMK - Zahnärztliche Prothetik

 

 

Gernet-Biffar-Schwenzer-Ehrenfeld
Gebundene Ausgabe: 293 Seiten
Verlag: Thieme, Stuttgart; Auflage: 3., vollst. überarb. u. erw. Aufl. (19. September 2007)

ISBN: 3135936031

EUR: 79,95


 

 

Jahrelang (!) hat man warten müssen um den überarbeiteten „Schwenzer Prothetik-Band“ von Thieme in den Händen halten zu können. Mit jedem Semester dachte man die alten Restbestände seien endgültig vergriffen und dann war er da – im Thieme Gewand mit verstärkter Besetzung an Herausgebern, die umso mehr Autoren um sich scharten, um ein Prothetik-Lehrbuch zu gestalten, welches den aktuellen Stand klinischer Prothetik behandelt. Allerdings verrät schon der Titel, dass es sich zwar um eine vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage handelt, aber im Haupttitel fehlt der bis dahin mitgeführte Anspruch auf „Werkstoffkunde“.

Da Prothetik aber ohne Werkstoffkunde nicht geht, findet man vor allem im neuen Kapitel „Vollkeramik“ einen Ausflug durch die material- und technologieimmanenten Probleme der Versorgung und Konsequenzen bei der Indikation. Auch das Kapitel zur Materialunverträglichkeit trägt der Werkstoffkunde Rechnung, jedoch vermisst man die Basics zu Kunststoffen und Metallen, welche noch immer zum A und O der Prothetik gehören. Stattdessen kann der Leser sich an einem riesigen implantatprothetischen Kapitel erfreuen und erstaunen, welches dem Volumen von Teil- und Totalprothetik gleich kommt. Ob dies für ein studentisches Lehrbuch von der Gewichtung so sinnvoll ist, ohne den Platz der Implantattherapie in der Prothetik in Frage zu stellen, ist jedoch fraglich. Diese Frage wird dem studentischen Leser sicher auch wieder stellen, wenn er eine Darstellung von Epithetik im gleichen Umfang der dagegen für prothetisches Tun wesentlich essentielleren Schienentherapie findet.

Allen Kapiteln wohnt die gewohnte professionelle und gut strukturierte Darstellung der Inhalte inne. Viele Bilder illustrieren den Text, der mit Merksätzen und Praxistipps optisch ansprechende durchsetzt ist. Zu Kosten der Klinischen Bilder geht allerdings die Präsenz von Schemazeichnungen und Tabellen. Durch zusätzliche Kapitel wie „Präprothetik mit Vorplanung …“, „Zahnersatz bei älteren Menschen“ sowie „Nachsorge“ werden diese besonderen Aufgabenstellungen ergänzt und können gezielt, allgemeingültig nachgelesen werden. Motiviert es so auch mit und in dem Buch regelmäßig zu arbeiten.

Abschließend wird ein Ausflug in die (aktuelle) dentale Informatik - besonders im prothetischen Praxisalltag gewagt. Das die Innovationen der EDV und IT in rasantem Tempo literarisches überholen ist den Herausgebern bewusst und so beschränkt man sich auf die Darstellung von Trends und Basics wie digitale Artikulatoren, Zahnfarbbestimmung, Zahnaufstellung und natürlich auch CAD-CAM, ohne am Markt etablierte Systeme als beispielhaft und zukunftsweisend, sondern nur exemplarisch anzuführen. Ein somit gelungener Abschluß eines Lehrbuches, welches dem angehenden und jungen Zahnarzt ein willkommener und vielbebilderter Helfer und Lehrer, dem propädeutischem Studenten jedoch nur ein wertvoller Einblick in klinische Konsequenzen von an anderer Stelle gelernten Grundlagen seien kann.

HUETTIG, FABIAN; rating: ***

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